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Montag, 11. Februar 2019

Die frittierten Bananen von Doi Suthep

Ein bisschen verrückt ist es schon. Oder bin ich es. Denn ich glaube den Doi Suthep Berg läuft niemand hinunter. Da gibt es zwar die besonders Sportlichen, die den Aufstieg als Challenge nehmen, ausgerüstet mit sportlichen Schuhen oder gar einem Mountainbike. Aber hinunter? Nur ich und die Straße. Und der Monk Trail.

Ich entscheide mich dazu im Grunde schon auf dem Hinweg. Sitze im Songthaew mit einer Gruppe angehender spanischer Krankenpfleger/innen, die auf Partyurlaub sind. Die zahlreichen Kurven der Auffahrt holen meinen Magen jedoch recht zügig aus seiner Komfortzone und so laufe ich bereits die letzten fünf Minuten mit zwei netten Mädels aus Nordspanien zum Wat hoch. Angekommen scheint mir der Rückweg im Auto keine gute Idee. Ich sage also zunächst die Weiterfahrt zum Königspalast ab und gönne mir das entspannte Ansehen des Wat Doi Suthep. Dafür haben hier nicht viele die Zeit.


Ich setze mich erstmal in den Schatten und genieße die Atmosphäre. Naja um ehrlich zu sein versuche ich nur dem fürchterlichen Gestank der Tausenden Autos, Busse und Taxis am Fuße des Eingangs zu entfliehen. Zu Füßen Buddhas erhole ich mich von der Auffahrt und nehme dann die gut 300 Stufen zum Wat, was im Grunde einem Hindernislauf zum nicht-auf-dem-Selfie-sein gleicht.

Der Wat ist eine schöne Anlage mit einem riesigen goldenen Chedi, der einen regelrecht blendet. Ein paar Mönchen spenden Segen für Touristen. Überhaupt muss man sich sehr konzentrieren die Anlage überhaupt wahrzunehmen, so sehr ist sie doch geprägt von den Besuchern, die sie häufig als reines Fotomotiv zu sehen scheinen. Da ich nun aber zeit habe, setze ich mich hin und wieder auf die Stufen und beobachte einfach das Treiben. Die besondere Aussicht, die man von hier oben haben soll - nun sie erstickt ein wenig im Smog. Man kann sich nur verschwommen vorstellen, wie wahnsinnig sie sein muss bei reiner Luft. Und das Ausmaß der Verschmutzung wird hier so richtig deutlich. Was hunderte Chinesen nicht von einem Gruppenselfie vor nebeligem Hintergrund abhält.

Ich schlendere zurück und genieße es nicht Teil der gehetzten Menge zu sein. Am Eingang angekommen, suche ich mir das untouristischste Essen, was es hier oben gibt. Eine Portion frittierte Bananen für 30 Baht. Nach kurzer Recherche lese ich von einem Monk Trail, der zum weiter unten gelegeneren malerischen Wat Pha Lat führen soll. Die Mönche nutzten diesen als Pilgerpfad. In Sandalen oder Flip Flops. Dies wird laut Google zwar überhaupt nicht empfohlen, aber was solls. Ich habe Wasser und frittierte Bananen, ein Handy und die Powerbank (die übrigens für so eine Reise Gold wert war!). Was soll also schief gehen?

Und so klettere ich in Flip Flops für 2,99 EUR die 400 Höhenmeter auf etwa 2 km hinunter, mache
Rast am Wat Pha Lat und nehme dann die restlichen etwa 5 km an der Straße nach unten. Manchmal höre ich neben der Straße Geräusche und stelle mir vor, es ist eine Schlange oder ein Waran. Meine innere Ruhe lässt mich einfach immer weiter laufen und langsam freue ich mich sogar, dass ich diesen Weg nehme. Ich komme an einem Wasserfall und dem darunter liegenden Bergfluss vorbei. Die Füße in das kalte Wasser zu halten tut gut. Zeit für die frittierten Bananen. Angekommen im Abendlicht am Fuße des Berges direkt am Zoo von Chiang Mai setze ich mich dann in ein Songthaew und lasse mich zu meiner Unterkunft fahren.


Die Bananen hier werde ich wirklich vermissen. Ein thailändischer knuspriger Crêpe (oder Pancake wie sie hier sagen) mit Bananen gefüllt und Honig darüber ist schon fast zu meiner abendlichen Tradition geworden. Zeit für's Abendessen.

Samstag, 9. Februar 2019

Chat with a monk

Die Luft hier ist Kontrastprogramm. Es ist kurz nach 22 Uhr. Gerade in Chiang Mai gelandet, sitze ich im roten Songthaew, das schon anfährt, während ich meinen schweren Rucksack hineinhiefe. Der Smog ist riechbar. An irgendeiner dunklen Straßenecke wirft er mich raus. Mein Hotel soll hier sein, gleich die Straße runter. Es ist kühl hier am Abend.
Der Tag danach erstrahlt in weiß, gold und rot. Die Tempel dieser Stadt sind unzählbar, jeder einzigartig auf seine Weise. Eine andere Stimmung umgibt jeden von ihnen. Die Ruhe, die sie ausstrahlen, vereint sie doch. Ob zwischen chinesischen Pärchen oder komplett allein - jeden versuche ich annähernd zu erfassen. 



"Chat with the monk" steht auf einem Plakat. Im Schatten sitzen wie eine Wohltätigkeitsorganisation ein paar Mönche und Touristen. An einem Tisch. Sie reden und lachen miteinander. Man bittet mich dazu zu kommen und nach kurzem Zögern willige ich ein. Im Gespräch mit dem jungen Novizen erfahre ich, dass er der Bildung wegen Mönch werden möchte. Groß geworden mit neun Geschwistern in einem kleinen Dorf ohne Elektrizität hat er häufiger mal die Schule aus den Augen verloren. Doch immer, wenn es ihn dann packte, war er inzwischen viel älter als die anderen. Ob er hier Student sei oder unterrichte, diese Frage begegnete ihm häufig. So blieb zunehmend fern. Doch nach einem einwöchigen Camp mit den Mönchen, wo ihn zwar das Heimweh plagte, stand für ihn fest - Bildung ist das, was er möchte. "Education, Wisdom." Die Ausbildung jetzt umfasst vier Stufen, unter anderem auch politische Bildung und Philosophie. Seine Familie sei stolz auf ihn, sagt er lächelnd, Novize (oder bald Mönch) sei nämlich keiner geworden.




Mittwoch, 30. Januar 2019

Auf Buddhas Spuren

Ein sanftes Klingeln der unzähligen kleinen Glocken und Windspiele erfüllt die Luft. Sitze dem Big Buddha zu Füßen und versuche den Ort zu erfassen. Trotz vieler Touristen kann es hier gelingen. Unter dem beeindruckenden Bauwerk meditiert eine Katze in aller Ruhe im Schatten. Zumindest sieht es beinahe so aus. Der Ausblick von hier über Phuket und das Meer ist atemberaubend. Doch im Schatten einiger Bäume kann man auch auf Buddhas Spurensuche gehen, sein Fußabdruck ist hier zu finden. Irgendwie wird man hier ganz entspannt.



Habe heute auch nur noch zweimal den Scheibenwischer statt des Blinkers betätigt und bin zuvor zum Wat Chalong gefahren. Eine große wunderschöne Tempelanlage mit - zu meinem Erstaunen - einem riesigen Markt dazwischen. Neben allerlei Plastik gibt es hier auch leckeres Essen. Frittierte Fische und frittiertes Ei, frisches Obst und eine Art Stange aus feinsten Teigfäden - man muss nicht wissen was es ist, einfach kosten! Nur die Insekten habe ich ausgelassen.
Ein paar Stunden später stehe ich wie ein begossener Pudel auf der Straße. Die zahllosen Straßenhunde neben mir interessiert das nicht. Wen ich interessiere - sind die Affen. Bin bei 35 Grad und gefühlten 100 Prozent Luftfeuchtigkeit den Affenhügel hochgelaufen. Also Hügel... Puh. Während ich das noch alles auf mich wirken lasse, ...rums...muss ich den Affen vom Rucksack abschütteln. Die eine Banane da drinnen ist für mich! Den Rest habe ich längst verfüttert oder besser gesagt in die kleinen Pfötchen gegeben. Die Kekstüte hat mir ein kleines vorwitziges Äffchen gleich im Ganzen geklaut. Hat dann allerdings in seiner Horde ordentlich Probleme bekommen.


Apropos Essen: Nachdem ich nun in Phuket die Thalang Road hinunterspaziert bin, lande ich natürlich auf dem Markt. Meine Nase trügt auch in Asien nicht. Neben allem Gemüse was man sich vorstellen kann, entdecke ich die winzigen Essensstände, eigentlich nicht größer als der Motorroller unter ihnen. Und dann gibt es kein Halten mehr: probiere Hühner- und Leberspieß, einen Sepia- und einen Fleischspieß (gewickelt) und noch eine Süßigkeit, die wahnsinnig lecker schmeckt: ein kleiner runder Teigfladen, eingeklappt und gefüllt mit einer Art Creme und möglicherweise kandierten Orangen. Jedenfalls kommt man so auf den Geschmack. Es treibt mich in eine Restaurantempfehlung: das Suay. Hier lasse ich dann mit Thunfischtartar, Crab Cake und geräucherter Whiskeyente ordentlich den Tag ausklingen. Heute war einfach alles perfekt!

PS.: Vielleicht liegt es ja an dem kleinen Bändchen, was ich um das Handgelenk trage. Ein buddhistischer Mönch hat es mir in einer kleinen Segnung (wenn man das hier so nennt) umgebunden.